Behaupte bloß nicht, die Natur sei kein Wunder. Erzähl mit bloß nicht, die Welt sei kein Märchen. Wer das nicht eingesehen hat, wird es vielleicht erst begreifen, wenn das Märchen sich bereits dem Ende nähert. Denn dann bekommen wir die letzte Möglichkeit, uns die Scheuklappen abzureißen, eine letzte Möglichkeit, uns diesem Wunder hinzugeben, von dem wir nun Abschied nehmen müssen... Ob du wohl begreifst, was ich hier auszudrücken versuche Georg? Niemand hat sich je unter Tränen von Euklids Geometrie oder dem periodischen System der Atome verabschiedet. Niemand zerdrückt ein Tränchen, weil er vom Internet oder dem Einmaleins getrennt wird. Es ist eine Welt, von der wir uns verabschieden, es ist das Leben, es sind Märchen und Abendteuer. Und dann müssen wir uns außerdem von einer kleinen Auswahl an Menschen verabschieden, die wir wirklich lieben. (Jostein Gaarder - Das Orangenmädchen)

Pseudohaus

ich und die imaginären Wände um mich herum...



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Schon vor fast zwei Monaten meinte mein Vater: "Selbst wenn er jetzt wiederkommen würde, ihr müsstet noch einmal ganz von vorn anfangen." Er ist auf seine Art weise.

Ich habe heute im Bus überlegt, was ich für Victor noch fühle und welches Wort das am nächsten beschreibt. Aber ich glaube, ich kenne keins.
Es ist so: Zu behaupten, ihn immer noch zu lieben, wäre falsch. Denn so sehr ich mir die "guten alten Zeiten" zurückwünsche, ich wünsche mir Victor nicht im Jetzt zu mir. Außerdem kennzeichnet sich Liebe für mich durch die Opferbereitschaft, die man dem anderen zeigt. Ich weiß, dass sie bis noch vor kurzem sehr groß und vor allem präsent war. Aber da es inzwischen gar keine Möglichkeit für mich gibt, etwas für Victor zu opfern, selbst nur die Bereitschaft dazu zu zeigen, weiß ich nicht, inwiefern sie noch da ist. Ich kann sagen "Ich würde..." und "Ich hätte...", aber so etwas bedeutet eigentlich nichts.
Und dann denke ich noch: In einer gewissen Weise kann man die Dinge und die Menschen nur lieben, wenn man sie kennt. Und Victor hat sich gewandelt, ohne mich mitzunehmen. Ich kenne ihn nicht mehr, nicht mehr annähernd so gut wie einst und ich glaube, nicht mehr gut genug, um Liebe für ihn, den jetzigen, den echten Victor zu empfinden.
Zu diesem ganzen Victor-nicht-lieben kommt aber noch etwas anderes hinzu: Den Telefongespräche mit ihm sind für mich in Ordnung, aber inzwischen bin ich sehr froh, ihn nicht wiedergetroffen zu haben. Es würde nämlich wahrscheinlich so sein, wie bei unserem letzten Treffen. Victor sitzt da und - eins, zwei, drei - schon habe ich mich wieder verliebt. Das ist dann keine wirkliche Liebe. Es ist die Bereitschaft zu einem Neuanfang. Auch wenn ich jetzt der Meinung bin, dass es selbst, wenn er einwilligen würde, nicht gut wäre, ich bin mir ziemlich sicher, Victor müsste seinen kleinen Finger nicht einmal bewegen, um mich um ihn herum zu wickeln.

Ich kenne kein fertiges Wort für diese ... emotionale Unterlegenheit, aber ich glaube, genau das ist das, was ich wirklich fühle.
14.2.08 23:56
 


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