Behaupte bloß nicht, die Natur sei kein Wunder. Erzähl mit bloß nicht, die Welt sei kein Märchen. Wer das nicht eingesehen hat, wird es vielleicht erst begreifen, wenn das Märchen sich bereits dem Ende nähert. Denn dann bekommen wir die letzte Möglichkeit, uns die Scheuklappen abzureißen, eine letzte Möglichkeit, uns diesem Wunder hinzugeben, von dem wir nun Abschied nehmen müssen... Ob du wohl begreifst, was ich hier auszudrücken versuche Georg? Niemand hat sich je unter Tränen von Euklids Geometrie oder dem periodischen System der Atome verabschiedet. Niemand zerdrückt ein Tränchen, weil er vom Internet oder dem Einmaleins getrennt wird. Es ist eine Welt, von der wir uns verabschieden, es ist das Leben, es sind Märchen und Abendteuer. Und dann müssen wir uns außerdem von einer kleinen Auswahl an Menschen verabschieden, die wir wirklich lieben. (Jostein Gaarder - Das Orangenmädchen)

Pseudohaus

ich und die imaginären Wände um mich herum...



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Nach so vielen Jahren ohne Übung ziere ich mich oft, Englisch zu sprechen. Aber die Hemmungen fallen sehr schnell, stelle ich jetzt auf dem Campus fest. Die Filme mit den englischen Untertiteln, dem englischen O-Ton, der Anmoderaration und vor allem die drei Vorträge auf dem Talent-Campus sowie die Gespräche mit den Menschen dort, lassen mich mich wieder in diese Sprache finden. Zuletzt sprach ich auch die Menschen auf der Straße an, fragte nach dem Weg oder der Uhrzeit auf Englisch - einfach, weil mir die Fremdsprache aus meinem Mund gefiel und auch, weil die Menschen meist sehr zuvorkommend zu Touristen sind - gerade, wenn sie ein ziemlich akzentfreies Englisch sprechen. Das ist mein Vorteil: Ich selbst höre meinen deutschen Akzent, englische Muttersprachler tun das auch, aber für Deutsch und Anderssprachige scheint er nahezu unhörbar.
Manchmal - das macht mir bisweilen auf dem Campus Spaß - kann man die Menschen damit beeindrucken. All die "Young Talents" dort versuchen Kontakte zu küpfen - dazu ist der Campusl ja eigentlich auch da - aber der Hedonismus dabei ist schrecklich: Es werden keine Freundschaften, keine möglicherweise beidseitig profitablen Beziehungen gesucht, alle lechzen nach den großen, den erfolg- und einflussreichsten Menschen und wollen von jenen kennen gelernt werden.
Obwohl ich mit Sicherheit zu den Jüngsten dort gehöre, scheine ich Eindruck zu schinden: Wie ich die Gebäude, die Räume betrete, wie ich die Broschüren lese, zuhöre, klatsche, warte. Das ist sicher eine psychologische Sache und ich weiß nicht genau, woher es kommt, aber ich wirke wohl souverän. Professionell. Und wenn mich eines dieser Talente anspricht, bin ich immer offen und freundlich und vor Freude leuchten da schon die Augen meines Gegenübers. Mein Englisch haut sie dann auch noch um. Sie spekulieren auf die USA. Vielleicht bin ich ja die Tochter von Sonderbergh, Scorsese - was weiß ich, was sie hoffen. Aber dann lasse ich den Ballon platzen. "Oh, actually I'm not working in the film industry. I'm studying physics, here in Berlin. It's just a hobby of mine." Und zack! - das Leuchten in den Augen ist schon verschwunden und dann ist es weg, das Talent. Im Gegensatz zu den Filmvorführungen finde ich bei den Campusveranstaltungen deswegen nie längere Gesprächspartner und unterhaltsame Konversationen. Dafür führe ich eine Vielzahl sehr kurzer Gespräche und beobachte belustigt die Berechenbarkeit der werdenden Künstler.
13.2.08 20:30
 


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


flo / Website (14.2.08 19:58)
ich kann ziemlich sehr schlecht englisch.
aber vergangenes wochenende war ich ski fahren.

und dann fiel es mir am sessellift vorzuschlagen, verhaltensregeln fuer die piste aufzustellen.
'rules for the track' meinte ich. wie:

'always be cool.... on the track'
'use fucking words.... on the track'
'don´t forget to eat sausages.... on the track'

und so bloedsinn, wobei wir immer versuchte, eine moeglichst unenglische betonung an den tag zu legen.
ich fand das lustig.


alice / Website (14.2.08 23:35)
das ist ogar beim lesen noch lustig!

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