Behaupte bloß nicht, die Natur sei kein Wunder. Erzähl mit bloß nicht, die Welt sei kein Märchen. Wer das nicht eingesehen hat, wird es vielleicht erst begreifen, wenn das Märchen sich bereits dem Ende nähert. Denn dann bekommen wir die letzte Möglichkeit, uns die Scheuklappen abzureißen, eine letzte Möglichkeit, uns diesem Wunder hinzugeben, von dem wir nun Abschied nehmen müssen... Ob du wohl begreifst, was ich hier auszudrücken versuche Georg? Niemand hat sich je unter Tränen von Euklids Geometrie oder dem periodischen System der Atome verabschiedet. Niemand zerdrückt ein Tränchen, weil er vom Internet oder dem Einmaleins getrennt wird. Es ist eine Welt, von der wir uns verabschieden, es ist das Leben, es sind Märchen und Abendteuer. Und dann müssen wir uns außerdem von einer kleinen Auswahl an Menschen verabschieden, die wir wirklich lieben. (Jostein Gaarder - Das Orangenmädchen)

Pseudohaus

ich und die imaginären Wände um mich herum...



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Menschen werden für mich dann real, wenn ich Leben aus ihnen höre.

Alle Menschen haben Angst vor irgendetwas, alle Menschen sind irgendwie verletzlich und alle Menschen haben etwas, was ihnen wirklich wichtig ist, sie haben Wünsche und Träume und es gibt meistens mindestens einen anderen Menschen, einen Gegenstand oder eine Tätigkeit, die sie lieben gelernt haben.

Man kann das nicht immer tun, aber manchmal sagt man Dinge, wie man sie wirklich meint. Manchmal sage ich die Dinge so, wie ich sie hier schreibe. Wenn jemand das tut, bekommt man seine Wünsche und Ängste, Hoffnungen und Schmerzen mit. Es muss nicht einmal sein, dass genau von einem dieser Dinge die Rede ist. Selbst wenn er nur über ein Buch oder ein Fernsehprogramm redet, dass ihm nicht gefällt oder welche Gegenden von Berlin er nicht so mag. Wenn jemand etwas wirklich meint, dann spürst du etwas Besonderes in seinen Worten.

Ich mag das an Sophie. Sie hat so wenig Mauern um sich aufgebaut und die Fassade ist sehr dünn. Wenn sie etwas erzählt, bekommst du etwas mit, etwas von dem, wie Sophie wahrhaftig ist. Und trotzdem ist die Luft nie zu schwer mit ihr. Die Gespräche fließen und wir können auch sehr viel Spaß haben.

Victor und ich, wir sind beide Mauermenschen, haben beide Mauern gehabt und dann haben wir sie füreinander aufgerissen und konnten uns mitteilen, uns teilen, fast alles, was jeden einzelnen von uns ausmachte. Es scheint jetzt, dass Victor diese Mauer wieder hochgezogen hat – höher als ich es jemals erlebt habe, vielleicht. Ich glaube, damit verschwindet das letzte, was ich an Victor noch hätte lieben können. Denn zumindest platonisch hätte ich diesen Menschen weiterlieben können. Aber ich erkenne das Menschliche in ihm nicht mehr. Nur noch Fassade, nur noch Kunststoff für mich.
5.2.08 19:52
 


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