Behaupte bloß nicht, die Natur sei kein Wunder. Erzähl mit bloß nicht, die Welt sei kein Märchen. Wer das nicht eingesehen hat, wird es vielleicht erst begreifen, wenn das Märchen sich bereits dem Ende nähert. Denn dann bekommen wir die letzte Möglichkeit, uns die Scheuklappen abzureißen, eine letzte Möglichkeit, uns diesem Wunder hinzugeben, von dem wir nun Abschied nehmen müssen... Ob du wohl begreifst, was ich hier auszudrücken versuche Georg? Niemand hat sich je unter Tränen von Euklids Geometrie oder dem periodischen System der Atome verabschiedet. Niemand zerdrückt ein Tränchen, weil er vom Internet oder dem Einmaleins getrennt wird. Es ist eine Welt, von der wir uns verabschieden, es ist das Leben, es sind Märchen und Abendteuer. Und dann müssen wir uns außerdem von einer kleinen Auswahl an Menschen verabschieden, die wir wirklich lieben. (Jostein Gaarder - Das Orangenmädchen)

Pseudohaus

ich und die imaginären Wände um mich herum...



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So wie ich es geschrieben habe, ist es wohl schwer mir zu glauben, dass ich nicht trauere. Aber wirklich. Ich trauere nicht mehr. Ich arbeite viel mehr. Die ganze Woche habe ich mich durch den Protokolldschungel gekämpft. Dieses Wochenende ist die letzte Hürde vor dem Ende der Experimentalphysik für dieses Semester.
Ich lerne auch das Arbeiten wieder. Der Druck unter den mich in diesen Tagen das Studium setzt, hat mich gezwungen, die Lethargie, die mir zugestoßen war, nachdem Victor mich verlassen hatte, aufzugeben. ich arbeite und arbeite undf reue mich immer, wenn ich ein neues, gutes Protokoll geschrieben habe.
Das sind alles die Dinge - künstliche Freuden und Bedürfnisse - von denen ich dachte, wenn man sie durchdringt, sind sie eigentlich nicht viel wert und gar nichts im Vergleich zur Liebe sind. Das war so. Und ich glaube, dass das auch so richtig ist. Aber wenn die Liebe weg ist, ist es plötzlich das alles doch etwas wert - wenn keine Kekse mehr in der Keksdose sind, erkennt man eben, dass auch die Krümel einen Wert haben.
1.2.08 22:27
 


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