Behaupte bloß nicht, die Natur sei kein Wunder. Erzähl mit bloß nicht, die Welt sei kein Märchen. Wer das nicht eingesehen hat, wird es vielleicht erst begreifen, wenn das Märchen sich bereits dem Ende nähert. Denn dann bekommen wir die letzte Möglichkeit, uns die Scheuklappen abzureißen, eine letzte Möglichkeit, uns diesem Wunder hinzugeben, von dem wir nun Abschied nehmen müssen... Ob du wohl begreifst, was ich hier auszudrücken versuche Georg? Niemand hat sich je unter Tränen von Euklids Geometrie oder dem periodischen System der Atome verabschiedet. Niemand zerdrückt ein Tränchen, weil er vom Internet oder dem Einmaleins getrennt wird. Es ist eine Welt, von der wir uns verabschieden, es ist das Leben, es sind Märchen und Abendteuer. Und dann müssen wir uns außerdem von einer kleinen Auswahl an Menschen verabschieden, die wir wirklich lieben. (Jostein Gaarder - Das Orangenmädchen)

Pseudohaus

ich und die imaginären Wände um mich herum...



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Musik: Oasis . Wonderwall

Es gibt diese Momente, in denen bereue ich, wieviel ich schon vergessen habe. Das heißt, eigentlich habe ich die Dinge nicht vergessen, aber ich habe mir verboten, mich an sie zu erinnern. Die Liebe ist nicht mehr so gegenwärtig. Und immer öfter werden meine Gedanken an Victor nicht mehr von Sehnsucht begleitet, eher von einer Art Apathie. Die Leere ist ungewohnt, aber sie ist da. Und wo die Liebe doch so schön und so besonders war, ist es so schade darum.
Und es gibt diese Momente, in denen ärgere ich mich, dass ich immer noch nicht genug vergessen habe. Denn manchmal, wenn ich mich allein fühle, muss ich mich doch wieder disziplinieren, mir nicht Victor herzuwünschen.

Manche Dinge sind aber einfach nicht zu vergessen. Sie hinterlassen Narben, wie gerade nämlich festgestellt habe, sogar wortwörtlich: Auf meinem Oberschenkel bleibt diese Narbe, die vom dem Sprung geblieben ist, den eine von Victors Katzen einst auf meinen Schoß wagte.
Und am Fuß habe ich diese Narbe, die ich seit dem frühen Sommer trage, glaube ich. Da hatten Victor und ich uns gestritten - er verbrachte den Abend im Kino und Nora und ich waren im Rahmen eines "Frauenabends" Nachtbaden gewesen. Im See habe ich mir dann den Fuß aufgeschnitten, stellte das aber erst zu Hause fest, als mir eine kleine Blutspur über die Fließen folgte.
Am nächsten Tag hatte ich ihn notdürftig mit einem Pflaster verarztet, als ich zum Versöhnen bei Victor war. Ich weinte und meinte, dass ich mich am Abend so klein gefühlt und mich nach seiner Fürsorge und Pflege gesehnt hatte.
Er sagte mir, wie gern er mich gepflegt und meinen Fuß verarztet hätte. Und dann nahm er meinen Fuß in seine Hände, zog vorsichtig das Pflaster ab, bließ sanft Luft auf die Wunde und streichelte den Fuß.
Irgendwann sah er auf und wir lächelten einander an.

Ja, die Narbe ist noch da. Die Narbe.
27.1.08 23:18
 


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