Behaupte bloß nicht, die Natur sei kein Wunder. Erzähl mit bloß nicht, die Welt sei kein Märchen. Wer das nicht eingesehen hat, wird es vielleicht erst begreifen, wenn das Märchen sich bereits dem Ende nähert. Denn dann bekommen wir die letzte Möglichkeit, uns die Scheuklappen abzureißen, eine letzte Möglichkeit, uns diesem Wunder hinzugeben, von dem wir nun Abschied nehmen müssen... Ob du wohl begreifst, was ich hier auszudrücken versuche Georg? Niemand hat sich je unter Tränen von Euklids Geometrie oder dem periodischen System der Atome verabschiedet. Niemand zerdrückt ein Tränchen, weil er vom Internet oder dem Einmaleins getrennt wird. Es ist eine Welt, von der wir uns verabschieden, es ist das Leben, es sind Märchen und Abendteuer. Und dann müssen wir uns außerdem von einer kleinen Auswahl an Menschen verabschieden, die wir wirklich lieben. (Jostein Gaarder - Das Orangenmädchen)

Pseudohaus

ich und die imaginären Wände um mich herum...



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Im Fernsehen gab es eine Dokumentation über eine mysteriöse Forschungsreise ins Eis, bei der alle Expeditionsmitglieder umgekommen waren. Immer wieder mussten auf dem Rückweg Menschen zurückgelassen werden. Jetzt wurden die sterblichen Überreste dieser Menschen geborgen. An allen Lagern der Zurückgebliebenen, so zeigt die Knochenanalyse, waren Fälle von Kannibalismus aufgetreten.
Auf den ersten Gedanken scheint das erschreckend. Auf den zweiten vor allem verwunderlich.

Es gibt Situationen, in denen man nicht anders kann, als sein eigenes Leben zu retten. Im Wasser zum Beispiel: Die Menschen können nciht anders, als in den kritischen Momenten mit allen Gleidmaßen um sich zu schlagen, sich den Weg zur rettenden Oberfläche zu erkämpfen - ganz ohne Rücksicht auf irgendetwas oder irgendwen.
Der Hunger ist aber etwas ganz anderes als das Bedürfnis nach Sauerstoff. In den ersten Tagen schmerzt der Magen, aber nicht einmal so stark und vor allem bald schon nicht mehr. Er schrumpft und bläht sich auf. Schon lange vor dem Hungertod ist das Organ so degeneriert, dass es kaum in der Lage wäre, feste Nahrung zu verdauen. Außerde erfüllt der dauerhafter Hunger die Menschen mit einer Apathie, die sie eigentlich sehr ruhig sterben lässt, ähnlich dem Erfrieren.

In welchen Hungerstadium sollen die Menschen also aneinander Hand anlegen, um ihr eigenes Überleben durch das Fleisch ihres Leidensgenossen zu sichern? Ganz am Anfang des Hungerns, ist die Antwort. Es passiert, wenn man sich des Hungers und der aussichtslosen Situation gewahr wird. 'Wenn ich einfach abwarte, werde ich sterben.' Und dann ist es kein Reflex, keine Triebtat - es passiert ganz bewusst. Denn dann kommt der Gedanke an die Liebsten und dass man sie um jeden Preis wiedersehen will, dass man mit dem eigenen Leben eine Verantwortung für sie trägt. Das, so sagt eine Psychologin in der Dokumentation, lässt die Menschen sich so krampfhaft in ihr eigenes Überleben festbeißen und sie dafür über Leichen gehen.
16.1.08 22:07
 


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