Behaupte bloß nicht, die Natur sei kein Wunder. Erzähl mit bloß nicht, die Welt sei kein Märchen. Wer das nicht eingesehen hat, wird es vielleicht erst begreifen, wenn das Märchen sich bereits dem Ende nähert. Denn dann bekommen wir die letzte Möglichkeit, uns die Scheuklappen abzureißen, eine letzte Möglichkeit, uns diesem Wunder hinzugeben, von dem wir nun Abschied nehmen müssen... Ob du wohl begreifst, was ich hier auszudrücken versuche Georg? Niemand hat sich je unter Tränen von Euklids Geometrie oder dem periodischen System der Atome verabschiedet. Niemand zerdrückt ein Tränchen, weil er vom Internet oder dem Einmaleins getrennt wird. Es ist eine Welt, von der wir uns verabschieden, es ist das Leben, es sind Märchen und Abendteuer. Und dann müssen wir uns außerdem von einer kleinen Auswahl an Menschen verabschieden, die wir wirklich lieben. (Jostein Gaarder - Das Orangenmädchen)

Pseudohaus

ich und die imaginären Wände um mich herum...



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Was mich am meisten verzweifeln lässt, ist dass ich Menschen satt habe. Der Umstand, dass ich einsam bin und es mir an Freunden im Leben fehlt, scheint eine einfache Lösung zu fordern: Neue Freunde finden. Aber dem stellt sich nicht nur die Tatsache in den Weg, dass die typischen Freunde-Finde-Anlässe nun einmal schon alle gewesen sind und ich in keinem Sport oder sonstigen Hobby begeistert genug bin, um das Vereinswesen zu unterstützen und dass ich auch nicht wüsste, was mich Menschen nahe bringen und mich bei ihnen beliebt machen sollte. Vor allem spüre ich bei den allermeisten Menschen überhauot kein Bedürfnis, ihnen einen größeren Platz in meinem Leben zuordnen zu dürfen. Selbst wenn da ein Loch ist, das es zu füllen gilt. Bin ich zu oft enttäuscht worden? Vielleicht ist das der Kern. An der Oberfläche stört es mich aber schon, wie Menschen reden. Wie sie sich selbst darstellen und ausmalen, wenn sie sich kennen lernen. Wie unoriginell sie in den meisten Fällen dabei sind, wie berechenbar und langweilig.
Ich rede nett mit Leuten, lächele, während meine Gedanken sich immer weiter von der Szene entfernen. Aus krasser Vogelperspektive sehe ich mich mit diesem Komparsen meines Lebens reden. Ich nicke alles ab und frage stets weiter nach. Eine alte Gewohnheit. Während ich von oben auf meinen Kopf sehe und mich dafür schelte, weil mich doch nichts davon interessiert. Nicht seine Schulzeit, nicht sein Studium, nicht seine ach so weltbilderweiternde Reise nach Argentinien, nicht seine Ökohipster-Polit- und Lebensphilosophie, die an keiner Stelle selbsterfunden, sondern nur vom allgemein bekannten Klischee eins zu eins kopiert ist. Das Desinteresse ist so groß, dass es weh tut. Und ich verachte ihn dafür, wie er bei all dem so tut, als hätte er es selbst erfunden. Das ist gelogen. Und ich verachte mich dafür, wie ich über nichtwitzige Wortspiele kichere und nicht im Ansatz vorhandes Interesse den ganzen Abend gnadenlos vortäusche.
Ich kann nicht anders. Ich bin nicht gerne alleine, aber die Faszination für Menschen habe ich trotzdem verloren. Ich hätte sie gerne wieder, aber sie kommt nicht.
1.5.12 01:42
 


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bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Gedankenfee (4.6.12 12:00)
Hallo Alice, ich lese deinen Blog nicht regelmäßig, aber ab & an. Auf der Suche nach etwas, was das Gefühl der Einsamkeit vertreibt, dachte ich heute an deinen Blog.
Ich weiß, wovon du redest. Mir geht es so ähnlich. Die Menschen berühren mich nicht mehr, ihre Geschichten gehen rein & raus und kein Wort, dass mein Interesse & meine Aufmerksamkeit fesselt. Ich gähne immer mehr, wenn ich mich mit meinen "Freunden" treffe. Möchte früh nach Hause, fühle mich müde & ausgelaugt. Dabei ist das Leben so interessant, haben die Menschen nichts davon abbekommen?
Was mich persönlich stört, ist das Gefühl, dass die Menschen so wenig über tiefgründiges reden, nichts unter der Oberfläche fühlen. In Blogs wie deinen ist mein Interesse wieder geweckt, Worte die bewegen, Gedanken um die Welt, ehrlich und emotionsgeladen. Ein offenes Herz. Es ist traurig, dass ich solche Menschen nicht in der breiten Masse finden kann.
Es ist, als führte ich mit all den Bekannten nie enden wollenden, ermüdenden Smalltalk. Wie du beschreibst, das Studium, der Auslandsaufenthalt,... ach ja.
Ich bin so oft verletzt worden. Ich bin es leid auf Menschen zuzugehen, mir ihre langweiligen Geschichen anzuhören & trotzdem um sie zu werben. Verkrochen im Graben meiner Selbst ertränkt mich die Einsamkeit. Die typischen Anlässe um Freunde zu finden, davongezogen. Ein Hobby, nur um darum zu kämpfen, von jemanden gemocht zu werden?

Wenn du einen Weg siehst, sag mir Bescheid, ja?
Ich mag noch Hoffnung haben.

Ansonsten: Mach dir nicht so viel Sorgen darum, wie du den Menschen nahe kommen solltest. Wärest du nur ein Bruchteil dessen, was du hier bist, möchte man dich kennenlernen. Nun gut, zugegeben, ich sage das aus Sicht eines sich in Worte verlierenden, von Träumen geprägten Herzens.


alice (18.6.12 19:00)
Hallo Gedankenfee! Es ist angenehm, mitzubekommen, dass man zumindest mit solchen Gefühlen nicht allein ist. Und ja, wenn ich einen Weg für mich finde, werde ich es aufschreiben, dich wissen lassen. Alles Liebe und die Hoffnung, die du zurecht nicht aufgibst.


flo / Website (30.7.12 09:44)
aber gibt es nicht menschen,
bei denen du empfindungen fuehlst,
abseits von worten?
[worte sind oft gar nicht so wichtig,
obschon sie ja unglaublich viel bewegen koennen].
menschen, die du wegen... ich weiss nicht, aufmerksamkeit, bewegungen, gestiken, mimiken, geruechen oder was auch immer nicht ausmachbares gerne wieder sehen wuerdest?

ich muss ja gestehen, dass ich auch zuweilen misanthropisch bin [was mir vermutlich niemand, der mich kennt glaube wuerde].
hoeflichkeit finde ich immer angemessen. ich sehe hoeflichkeit so etwas wie einen rettungsanker.

ch rede naemlich ziemlich oft so viel bloedsinn daher,
dass ich oft genau diese befuerchtung habe,
dass menschen nichts mehr mit mir zu tun haben wollen.

zudem stelle ich immer wieder fest,
dass so gut wie alles [vielleicht sogar: alles]
eine sache der inneren einstellung ist.

wenn man ungluecklich oder unzufrieden ist,
so kann man das von anderen menschen loesen lassen [das funktioniert auch oft sehr gut]
oder man versucht, seine unzufriedenheit auf irgendeine art und weise selbst zu aendern.
auf der anderen seite: unzufriedenheit, so glaube ich, ist ein ziemlicher motor [motivationstechnisch und so].

...

hm...


Gedankenfee (15.6.14 22:01)
2 Jahre ist das her? 2 Jahre?
Es hat sich bei mir (noch) nicht so viel geändert, bis auf dass ich mit oberflächlicheren Kontakten besser zu Recht komme. Man geht mal zusammen feiern, man redet mal über Stress mit der Familie, genießt den Sommertag im Schwimmbad und trifft sich zum Lernen zur Klausur.
Ich komme den Menschen nicht näher, vielleicht weil ich nur Menschen aussuche, die auch nicht mehr teilen oder nicht mehr fühlen/denken können oder weil diese einfach in der Mehrzahl sind.

Innerlich distanziert wie eh und je mit einem Loch und dem Wunsch, Freunde kennenzulernen, der tiefer geht als ein Lächeln in der Sommerbrise. Freunde, mit denen man sich stark fühlt und wo man genau der Mensch ist, der man ist. Nicht das vereinfachte Abbild seiner selbst, das sozialverträglicher ist. Es gab solche Menschen in der Vergangenheit in meinem Leben, es wird sie auch in der Zukunft geben.

Es ist leichter geworden, seit ich nicht mehr erwarte, dass viele Menschen spannend sind. Ich akzeptiere das und Suche den Fehler nicht mehr in mir - die Augen offen haltend für Menschen, die mich bewegen.


Gedankenfee (2.12.14 02:53)
Ich drehe mich so im Kreis bei diesem Gefuehl der Einsamkeit.
Zur Zeit bin ich in der Heimat meines Austauschjahres, eine ganz andere Kultur - ich habe dort meine Freunde teils ueber Jahre nicht gesprochen & ich bin hier & sie sind treu und herzlich und hilfsbereit, als wäre ich keinen Tag weggewesen. Alles, was sie tun, drückt aus: du gehörst selbstverständlich automatisch ganz normal dazu.
Und ich muss nichts "cooles" geben, können, sein. Ich kann still sein und übermüdet; oder aufgedreht und nervig - ich gehöre ja einfach dazu. Es ist ungewohnt für mich, zu sagen: "oh ich muss das und das noch einkaufen oder ich mag am Wochenende in der Nachbarstadt mit den Park anschauen" & es kommt einfach immer jemand mit, weil er gerne mit mir Zeit verbringt & weil er Zeit hat.
Und trotzdem bin ich wieder hier. Trotzdem ist da eine Einsamkeit, ein Bedürfnis nach Nähe oder der Gedanke, dass irgendeine Verbindung zu einem Menschen, dieses Sehnen beenden kann.

Wie schade, dass du noch nichts neues berichtet hast.

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