Behaupte bloß nicht, die Natur sei kein Wunder. Erzähl mit bloß nicht, die Welt sei kein Märchen. Wer das nicht eingesehen hat, wird es vielleicht erst begreifen, wenn das Märchen sich bereits dem Ende nähert. Denn dann bekommen wir die letzte Möglichkeit, uns die Scheuklappen abzureißen, eine letzte Möglichkeit, uns diesem Wunder hinzugeben, von dem wir nun Abschied nehmen müssen... Ob du wohl begreifst, was ich hier auszudrücken versuche Georg? Niemand hat sich je unter Tränen von Euklids Geometrie oder dem periodischen System der Atome verabschiedet. Niemand zerdrückt ein Tränchen, weil er vom Internet oder dem Einmaleins getrennt wird. Es ist eine Welt, von der wir uns verabschieden, es ist das Leben, es sind Märchen und Abendteuer. Und dann müssen wir uns außerdem von einer kleinen Auswahl an Menschen verabschieden, die wir wirklich lieben. (Jostein Gaarder - Das Orangenmädchen)

Pseudohaus

ich und die imaginären Wände um mich herum...



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Ich bin nicht neu hier. Deswegen habe ich längst nicht mehr so viel zu erzählen.

Ich mag es, wenn Menschen Schönes erzählen und bin es so oft so leid, Menschen immer und immer wieder allerlei schlechte Umstände beklagen zu hören. Und dann bin ich oft lieber stumm, schreibe nicht mal. Gute neue Gedanken haben sich in der letzten Zeit so viel rarer gemacht als neue Gedanken überhaupt.

Ich bringe die meisten Tage um, indem ich Dinge tue, die das Studium verlangt, der Job oder der Haushalt. Wenn an diesen Stellen mal keiner fordert (was selten ist) oder wenn ich denke, dass das genug Arbeit für den Tag ist und ich mir eine Pause gönnen darf (was öfter ist), bringe ich den Rest des Tages mit Fernsehserien oder anderen leichten Patiencen um.
Alles ist ein uninspirierter Spießroutenlauf geworden. Der Kontakt mit der Familie mehr denn je. Und während alle meine Kommolitonen aus dem ersten Studienjahr längst fertig geworden sind oder nun zumindest ein erfülltes Studentenleben beenden, indem sie die Freunde fürs Leben gefunden haben, stehe ich mit leeren Händen da. Ich erkenne, dass ich zweieinhalb Jahre damit beschäftigt war, mich an den Umstand zu gewöhnen, eine Krankheit, die mich nicht sehr stark, aber doch immer wieder spürbar in meinen Möglichkeiten einschränkt, für den Rest meines Lebens mit mir zu tragen. Ich weiß nicht, ob ich sagen kann, diese Phase ist abgeschlossen. Ich kämpfe immer wieder damit. Aber ich habe seit einigen Monaten, bald einem Jahr sogar, wieder die Kraft mehr als mich und meine Krankheit zu sehen. Da war ein Moment, indem ich mich gefreut hatte, dahin zurückzukehren und weiterzumachen, wo ich mein Leben stehen und liegen gelassen hatte, wo es mir eigentlich gar nicht so schlecht gefallen hatte. Aber als ich da stand, war ich zwei Jahre älter und alle meine Freunde schon lang weitergezogen. Das ist nicht viel, dachte ich. Kein großer Unterschied, ob ich nun 21 oder 23 bin. M. war vier Jahre älter als alle wir Frischlinge von der Schule, als wir anfingen zu studieren und sie hat sich wunderbar eingefunden. Aber das war anders - M. hat einfach einen späteren Zug genommen. Ich dagegen stehe am Bahnsteig, nachdem mein Zug abgefahren ist und der nächste Zug kommt nicht so bald, vor allem nicht auf diesem Gleis.
1.5.12 01:19
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


flo / Website (30.7.12 09:33)
hast du dir schon einen neuen fahrplan besorgt und nachgesehen, welcher [mit einem dir zusagendem ziel] zug als naechstes geht?

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