Behaupte bloß nicht, die Natur sei kein Wunder. Erzähl mit bloß nicht, die Welt sei kein Märchen. Wer das nicht eingesehen hat, wird es vielleicht erst begreifen, wenn das Märchen sich bereits dem Ende nähert. Denn dann bekommen wir die letzte Möglichkeit, uns die Scheuklappen abzureißen, eine letzte Möglichkeit, uns diesem Wunder hinzugeben, von dem wir nun Abschied nehmen müssen... Ob du wohl begreifst, was ich hier auszudrücken versuche Georg? Niemand hat sich je unter Tränen von Euklids Geometrie oder dem periodischen System der Atome verabschiedet. Niemand zerdrückt ein Tränchen, weil er vom Internet oder dem Einmaleins getrennt wird. Es ist eine Welt, von der wir uns verabschieden, es ist das Leben, es sind Märchen und Abendteuer. Und dann müssen wir uns außerdem von einer kleinen Auswahl an Menschen verabschieden, die wir wirklich lieben. (Jostein Gaarder - Das Orangenmädchen)

Pseudohaus

ich und die imaginären Wände um mich herum...



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Wenn man nur lange genug, allein ist, gewöhnt man sich dran? Ist man dann nicht mehr einsam?
19.1.11 00:42


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Julien ruft an, um zu fragen, wie mein Wochenende war und ich antworte damit, dass ich nicht mehr seine Freundin bin. Ich kann mir nun eingestehen, dass ich die Dinge, die ich veruscht habe, an ihm zu mögen, um ihn lieben zu können, nicht mag. Nicht seine langen theatralischen Pausen bei Gesprächen, wenn er sich verletzt fühlt. Nicht seine Konsequenz, für jeden Streit den wir hatten, den Grund in meiner Selbstverliebtheit und seiner Aufopferung für mich zu erkennen. Nicht seine Aggression, wenn ich in irgendetwas besser bin als er oder recht habe. Nicht die Tatsache, wie langsam und unstrukturiert er denkt. Wie schnell er radikale Meinungen von anderen akzeptiert und dass der Spiegel die höchste und unantastbare Autorität ist. Nicht seine eigene Unzufriedenheit mit seiner Figur, die er zu kaschieren versucht, indem er meine kritisiert. Nicht seine irrationale Eifersucht auf Frauen und Männer, sein Bedürfnis mich als sein Revier vor jeder Gesellschaft zu markieren, sein inflationärer und hassvoller Umgang mit dem Begriff Schlampe für alle Frauen, die aus seiner Sicht zu oft Partner wechseln. Nicht seine herablassende Art gegenüber meinem Mitbewohner, das ewige Lästern über seine und überhaupt das niemals enden wollende Merkern über Menschen, Politik, das Studium, das Wetter und mich und sich - und all diese Kritik nicht einmal, um etwas zu ändern, sondern nur um des Kritisieren willens. Die Faulheit, die Antriebslosigkeit, das Selbstmitleid und die Einstellung, dass ich als seine Freundin zu jeder Zeit zu seiner Befriedigung zur Stelle sein soll. Die ständige Angst vorm Tod seiner Großmütter und die daraus resultierende Verweigerung gegen jede Möglichkeit, Berlin auch nur temporär zu verlassen und deswegen natürlich, auch mir verbieten zu wollen, an Austauschprogrammen teilzunehmen. Natürlich nicht auf die direkte Art, sondern auch die "Wenn du mich liebst"-Art. Und bei jeder Zuwiderhandlung irgendeiner seiner idealisierten Vorstellungen von mir, meine Liebe in Frage zu stellen.

Und dann widerum vermisse ich (einen) Menschen in meiner Nähe, dem oder denen ich vertrauen kann, die hilfsbereit und gütig sind und mich halten, wenn ich traurig oder verwirrt bin oder die Last des Lebens mich zu brechen droht. Julien hat diese Rolle auf so phänomenale Weise gefüllt, wie ich mir davor icht hätte vorstellen können. Nach dem Disput am Telefon sitze ich auf meinem Bett, unfähig einzuschlafen vor Aufregung. Ich weiß, dass ich in solchen Momenten früher Julien angerufen hätte und er hätte sich die Zeit genommen und er hätte es in kurzer Zeit geschafft, mich zu beruhigen. Und das fehlt mir, sogar sehr.
18.1.11 01:09


Zum Laichen und Sterben zieh'n die Lachse den Fluss hinauf.

Seit Tagen vermisse und sehne, trauere ich so sehr. Seit gestern holen die Magenschmerzen mit gründlicher Mächtigkeit ein.
Von außen Bestätigung, Zweifel und du musst das für dich selbst entscheiden. Alles mag ich nicht hören. Ich suche Musik, die mich versteht. Ich scheitere und suche Musik, die mir Mut macht. Man findet nur weniges, wenn man sich nur von Texten ansprechen lässt, die mindestens einmal daran erinnern, das Leben ist hart.
22.12.10 15:49


Für den Bruchteil eines Moments genau gewusst, was ich will - aber noch bevor ein Satz zu Ende gedacht, brechen Wellen an Bildern, Stimmen und Gefühlen über mich herein, fluten jede Windung des durchtrainierten Gehirns, das jetzt so hilflos ist.

Ich mache alles, was mich reich macht, kaputt. Wenn ich Glück habe, hält meine Zerstörungswut ein, bevor ich alles vernichtet habe. Dann könnte das wenige, das mir dann geblieben, mir nicht nur Prunk, sondern auch wertvoll sein.
18.12.10 01:13


Es fasziniert mich, wieviel ich darf, wenn ich es nur darauf ankommen lasse. Nicht viele und nicht viel auf der Welt richtet so streng wie meine Eltern und wie mein Magen. Ich kann mir Sachen nehmen, die mir nicht gehören und dann, wenn ich mich nicht mehr dafür interessiere, einfach fallen lassen. Ich kann das auch mit Menschen.
5.12.10 13:45


Heute Nachmittag habe ich nach Gefühlen in mir gesucht und traurig festzustellen geglaubt, dass ich nicht mehr liebe. In der Nacht, nach zwei Telefonaten und langen Blicken aus dem Fenster, fühle ich mich voll Sehnsucht, Zärtlichkeit und ja, Liebe, so diffus.
14.11.10 01:45


Vielleicht ist es ein falscher Gedanke, dass man in Liebe erfahren sein kann. Dass es Fehler gibt, die man erst machen muss, um es danach besser zu wissen. Denn vielleicht sind die in Liebe erfahrenen bloß die, die sich in ihre Vorstellung von Liebe festgefahren haben und andere nicht aufnehmen, vielleicht nicht einmal akzeotieren können.


Er sagte, "Ich habe darüber nachgedacht, was da seit ein paar Wochen zwsichen uns passiert, aber ich habe kein Wort dafür gefunden. Aber ich denke, solange wir beide damit glücklich sind, ist alles andere egal."
13.10.10 14:53


Music: Xavier Naidoo - Alles kann besser werden I Mood: kalt und ruhig

Aber das fühlt sich nicht schlecht an. Den halben Tag habe ich überlegt, wie sich das Leben ohne Julien anfühlen würde. Und das Telefonieren am Abend, erinnerte mich daran, wie sehr ich ihm entfremdet werden. Und weil ich dem, der sich schon angemeldet hat, seinen Platz in meinem Leben einzunehmen, keine Zusicherung geben wollte, versucht er sein Glück heute Abend bei einer anderen Frau.

Ich bin allein in der Küche einer Berliner Studenten-WG, genauer eine 3er-WG in Wedding. Orientalische Musik schallt durch den Innenhof zusammen mit dem Rauschen, das die Stadt niemals verlässt, selbst jetzt, da es gerade dunkel geworden ist. Immer wieder hört man Menschenstimmen, ein Flugzeug oder Geräsuche von Autos und Opernsängerinnen, aber all das kommt wahrscheinlich aus den lauten Fernsehern der Nachbarn.
Durch das offene Fenster strömt kalte Luft in die Küche. Meine Füße sind kalt. Ich bin allein. Nicht nur hier in der Küche, sondern auch ganz generell, auch in Gefühlen.

Und zum ersten Mal macht mir das keine Angst. Gerade jetzt fühlt es sich gut an.
3.10.10 19:28


Die ganze Nacht durchgeredet. Als ich meine Füße aus dem Fenster gestreckt hatte, hatte er seinen Arm um mich gelegt und später verlangt, dass ich ihn auf meinem Arm ruhen lasse, nachdem ich mir ein Glas Wasser geholt habe. Alles spricht dagegen und das macht es erst recht verlockend.
24.9.10 08:25


Was will ich, was fühle ich und was kann ich sagen, ohne zu lügen und ohne jemandem weh zu tun?




Julien ist Berlin, Berlin ist Julien.
8.9.10 19:23


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